Solarenergie hat Europas Stromnetze in diesem Sommer stabilisiert

Der deutlich gestiegene Ausbau von Solaranlagen hat in diesem Sommer einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der europäischen Stromnetze geleistet. Insbesondere die Peaks in der Hitzewelle konnten abgefangen werden.
Energie, Stromversorgung, Strom, Solar, Solarenergie, Photovoltaik, Stromnetz, Solarpanel, Solarzelle, Solarmodul, Solaranlage, Solarzellen, Solarstrom, Sonnenenergie, Solarpark, Solarfeld, SolarCity

    Hitze bringt Nachfrage-Peak

    Laut einer Analyse des Energieforschungsinstituts Ember stieg die tägliche Solarstromerzeugung an besonders heißen Tagen im Juni und Juli in einigen Ländern deutlich an. Gleichzeitig kletterte der Strombedarf wegen des hohen Kühlungsbedarfs um bis zu 28 Prozent.

    Besonders stark fiel der Anstieg der Nachfrage während der Hitzewelle Ende Juni in Italien aus. Dort lag der tägliche Stromverbrauch um bis zu 28 Prozent über den Werten vor der Hitzewelle. In Ungarn waren es 23 Prozent, in Frankreich 14 Prozent und in Spanien 13 Prozent. Ursache ist vor allem der zunehmende Einsatz von Klimaanlagen, die bei hohen Temperaturen große Mengen Strom benötigen.


    Die Solarenergie konnte einen beträchtlichen Teil dieser zusätzlichen Nachfrage auffangen. In Frankreich und Ungarn lag die durchschnittliche tägliche Solarstromproduktion während der untersuchten Hitzewellen jeweils 17 Prozent über den Vergleichswerten aus Juni und Juli. In Spanien betrug der Zuwachs fünf Prozent, während Italien auf dem üblichen Niveau blieb. Damit war Solarstrom laut Ember die einzige große Energiequelle, deren Leistung während der Hitzetage besser als gewöhnlich ausfiel.

    Das ist insbesondere deshalb relevant, weil andere Stromquellen durch die hohen Temperaturen und die damit verbundene Trockenheit beeinträchtigt wurden. Niedrige Wasserstände an der Donau führten beispielsweise in Ungarn zu Einschränkungen bei der Stromerzeugung aus Kernkraft. Auch die Wasserkraft in den Alpenregionen geriet nach Einschätzung von Experten nahe an einen historischen Tiefstand. In Polen musste zudem die Leistung eines Kohlekraftwerks wegen niedriger Wasserstände der Weichsel reduziert werden.

    Speicher dringend benötigt

    Trotz der starken Solarleistung stiegen die Börsen-Strompreise während der Hitzewellen erheblich. In Ungarn lagen die durchschnittlichen täglichen Preise 119 Prozent über den Vergleichswerten, in Frankreich 44 Prozent, in Italien 13 Prozent und in Spanien sieben Prozent. Ein Grund dafür ist, dass die Solarproduktion mit dem Sonnenuntergang zurückgeht, während der Kühlungsbedarf am Abend weiterhin hoch bleibt. Dann müssen zunehmend teure Gaskraftwerke einspringen.

    Ember sieht deshalb Batteriespeicher als wichtige Ergänzung zur Solarenergie. Sie könnten überschüssigen Solarstrom tagsüber aufnehmen und in den Abendstunden wieder ins Netz einspeisen. Damit ließe sich Europas Stromversorgung widerstandsfähiger gegen zukünftig häufiger auftretende extreme Hitze machen.

    Zusammenfassung
    • Eine Hitzewelle im Sommer steigerte den Strombedarf in Europa massiv
    • Vor allem Klimaanlagen sorgten für einen starken Anstieg der Nachfrage
    • Gleichzeitig legte die solare Stromerzeugung an den heißen Tagen zu
    • Andere Stromquellen wie die Wasserkraft schwächelten wegen Trockenheit
    • Wegen des abendlichen Kühlungsbedarfs stiegen die Strompreise stark an
    • Experten empfehlen Batteriespeicher als wichtige Ergänzung für Solar

    Siehe auch:
    Jetzt einen Kommentar schreiben


    Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
    Tipp einsenden
    ❤ WinFuture unterstützen
    Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!